Montag, 4. Mai 2026

"Lütt mats" und das Friesenmuseum

 Am Sonntagmorgen war es durchwachsen, wie man im Norden sagt. Nachts hatte es  richtigen Landregen gegeben.  Das war auch notwendig für die Natur.  Es wurde morgens erst mal sonnig , dann wieder ein Schauer.  

 Da hielt ich erst  mal einen kleinen Plausch mit meiner Vermieterin. Es ist schön,  hier auch nähere Kontakte zu haben.  So bekomme ich einen anderen Blick auf das Leben auf einer Insel. So gibt es hier keine Fachärzte, für alles muss man auf das Festland und ist auf die Fähre angewiesen.  Auch sind Besuche mit viel Aufwand verbunden.  

Anschließend radelte ich zum Fischmarkt.  So wollte ich die leckeren fritierten  Kartoffelscheiben genannt "Dippers" von " Lütt  Mats" verzehren.  Es gibt dazu zwei leckere Soßen nach Wahl. Mir war die Portion schon fast zu viel, sehr lecker...


Normalerweise steht dieser  Imbiss am Südstrand. 
Es gibt eine große Auswahl an Gerichten, nur ist es mir eigentlich zu reichlich. Ich werde mal fragen,  ob es auch Senioren Teller gibt!!
So saß ich wieder mit anderen Besuchern an einem langen Tisch.  Man kam ins Gespräch,  dieses mal kamen sie ganz aus Bielefeld und sie sind vier Wochen seit Mitte April da. Früher war das üblich,  Senioren machen es noch.  Doch der Trend ist sehr kurzfristig,  3- 4 Tage, geworden.  Das ist für Vermieter mit viel Aufwand verbunden bei Ferienwohnungen.... Deshalb auch wird alles teurer.  Und dann soll alles in kürzester Zeit angesehen werden... Das ist für mich kein Urlaub.  

Eigentlich war es viel voller auf dem Markt, doch gebe ich mir Mühe,   die Besucher nur verdeckt zu zeigen. 

Am Nachmittag sah es immer noch regnerisch.  So nahm ich meine Eintrittskarte für das Friesenmuseum.  Diese hatte ich noch vom Museum der Westküste.


Diese  mächtigen Walunterkieferknochen   gab es früher öfter an den Häusern am Eingang.  


Alte Anker 


Ein kleine Schnitzerei von einer Walflosse


Mit so einer Harpune wurden früher die Wale geschossen , im Museum gab es aber auch noch einen historischen Film aus 1925 wie,  von Ruderbooten aus,   mit der Hand ohne weitere Hilfsmittel,   harpuniert wurde.
Das war schon sehr gefährlich...

Das Museum liegt für mich um die Ecke  und ist schön in einem großen Park gelegen.  Das war nicht das letzte Mal. 

Dr.  Häberlein , früher Arzt und Heimatforscher ließ das Haus 1908 als Heimatmuseum bauen und auch schon ausstatten.  Im Internet ist viel dazu zu lesen unter Friesenmuseum Wyk zu finden. 

Ich war wieder überrascht  über die Fülle an Exponaten,  Sammlungen und auch über die Historie. So war auch noch eine Sonderausstellung zu den frühen Funden von der Fauna und Flora  in Versteinerungen, Fossilien...


Ein Walknochen , versteinert, gefunden auf Föhr 

Darunter ein Mammutzahn...

Weiteres möchte ich lieber nicht zeigen,  es gab zur Erdgeschichte vieles auch an Funden aus Schleswig-Holstein. 
Beeindruckend fand ich die Trachten die Entwicklung,  die  farbenreichen  Webereien, die kunstvollen feinen  Stickereien und den so unterschiedlichen, feinen zirsilierten  Silberschmuck . Auch davon ein kleiner Ausschnitt. 

Unten die Zeichnung einer Kindertracht 




Schon etwas verblasst.  Noch heute gibt es Trachtengruppen, die ihre Kleidungsstücke  nach alten Vorlagen weben lassen.  Dann wird in wochenlangen awintertagen Abenden daran in Gemeinschaft genäht und gestickt.  Zu Festtagen wie Konfirmation,  Hochzeit und auch Aufführung winddicht Kleidung angelegt und getragen.  Dies ist eine  aufwendige Sache mit uralten Techniken. 


Eine Zeichnung vom Maler Engel 


Der Silberschmuck der Tracht,  wie unterschiedlich und fein da die Knöpfe und Kugeln gefertigt sind. Dazu gab es auch eine alte Goldschmiedewerkstatt. 


Zeichnungen von früheren Trachten 

Ich wünsche mir eine Eintrittskarte , mit der ich  mir einzelne Teile der Ausstellungen  an verschiedenen Tagen anschauen kann. Es ist mir heute zuviel, ich werde dann einfach müde...

So war ich dankbar für das schöne Museumscafe auf dem Gelände.  
Auf dem Weg dahin durchquert ich dieses alte Bauernhaus.  Es ist  das älteste Haus von Föhr von 1607. Es ist aus Alkersum und wurde extra für dieses Museum ab- und wieder aufgebaut. 
Innen sind ein Pesel, Wohnraum mit Alkoven, eine Küche mit offener Feuerstelle und Platz für weitere Bewohner und auch für das Vieh. 



Das Café war mir für ein Foto zu gut besucht. 
Ich hatte es ruhig mit einer anderen Frau an einem Tisch draußen.  

Aber an einem anderen, weiter entferntem Tisch wurde unentwegt laut und selbst herrlich geredet. Es störte sehr.   Oh,  da möchte man gerne mal etwas sagen,  wenn einige meinen,  sie müssen wie ein Wasserfall ständig reden. 
Ich war immer die ruhigere und bin froh darüber.

So genoss ich später noch die Ruhe am Südstrand mit dem schönen Himmel. 



Und hier wurde schon geschwommen,  mutig...!


Am Abend gab es wieder viel Regen. 
Nun sind mein Handy und mein Radakku geladen. Ich war schon am Morgen bei der Kurverwaltung und beim Kaufmann. 
 Es geht wieder unterwegs in die schöne Natur. Mal sehen was ich nun erlebe. Nicht immer ist etwas geplant,  lasse mich auch überraschen. 
Liebe Grüße von Frauke 



Samstag, 2. Mai 2026

Anfang Mai auf Föhr

 Zum Maiwochende wurde das Wetter endlich wärmer, vor allem sommerlich und fast windstill. Welch ein Unterschied zu dem Wochenanfang , wo ich extra Mütze,  Handschuhe und Zwiebellook trug. 

Dazu bekam ich noch Besuch einer Freundin am Donnerstag.  So habe ich eine kleine Dreizimmerwohnung mit einem weiteren Bett für eine Familie. So passt es gut für Besuch. Im letzten Jahr war es meine Tochter.  
Ich holte sie von der Fähre in Wyk an. Es war um 11.00 Uhr, da legten kurz nacheinander drei Fähren an. Vorher ist der Platz  am Hafen ruhig und kaum besucht und dann füllt er sich von allen Seiten. Und es wird in kurzer Zeit  alles abgefertigt. 

Es sind nicht nur Urlauber und Insulaner mit den Pkws,  es sind Liefer- und  Handwerkerautos, große Lkws mit der Versorgung der Insel,  aber auch zur Entsorgung wie Müllabfuhr, der große Milchtankwagen mit Anhänger,  Müllabfuhr ... Dazu gibt es bestimmt  immer noch extra freie Plätze für Notfälle....und dringende Fälle.   Es ist erstaunlich, wie zügig, sicher und routiniert alles verladen wird. 

Es werden Reisende geholt und gebracht. Dafür gibt es extra einen Kurzparkplatz mit Parkscheibe. 
Dazu kommen viele Tagesgäste, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.  So reisen sie entweder mit dem PKW an, / Parkplatz in Dagebüll,  oder kommen mit dem Zug oder Bus auf die Mole. Als Einzelreisender muss man nicht verbuchen, anders ist es für Gruppen.  Auf der Fähre gilt das Deutschlandticket nicht. Das Ticket für die Fahrt kann man im Zug lösen, Hin- und Rückfahrt kosten 16 Euro. 

Für den PKW ist es immer sicherer vorzubuchen, vor allem an gut gebuchten Zeiten.  Dazu muss man die genaue Wagenlänge und auch den Fahrradträger angeben.  Beim Einchecken ist der Kfzschein vorzuzeigen zur Überprüfung der Daten. 
Für alles Leben hier  ist der zuverlässige Fährverkehr zwischen den Inseln und Halligen notwendig.  Und die Logistik dazu ist immer größer geworden durch den Tourismus.  
Bei Niedrig- oder Hochwasser , sowie starkem  Sturm verschieben sich Abfahrtszeiten. Dies ist online immer schnell abrufbar. 

Ich warte erst beim Leuchtturm,  ein Krabbenkutter läuft ein. 





Nun ist  der Turm mal ohne Besucher zu knipsen. 







Sie kam dann mit der dritten Fähre und wir fanden uns. 

Ich holte sie mit dem Auto ab. Wir packten hier alles aus und es gab erst mal einen Kaffee. Dann ging es zum Fahrradverleih. Sie fand ein neues hochwertiges Rad mit Kettenschaltung und Freilauf. Ihren Fahrradhelm hatte sie schon  mitgebracht. 
Nun ging es in den letzten drei Tagen täglich auf kurze und längere Touren über die Insel.
Wir genossen die Zeit am Strand,  an der Küste, den kleinen Ortschaften, in der weiten Landschaft,   am Hafen und in Wyk.
Dazu schauten wir uns  viele kleine Geschäfte  für notwendige Einkäufe an. Schöne  Bekleidung gibt es in allen Preislagen. Doch da ist unser Bedarf gedeckt. Ebenso brauchen wir keine Deko mehr,  auch da gibt es unzählige Läden...
 Nun einige Photos von den Touren.  Ich knipste wenig,  denn es war mir wichtiger,    mich zu erholen und es einfach schön zu haben. 


Am Strand von Nieblum waren die Strandkörbe offen. Dort wird es im Sommer  Sandvorspülungen geben. So ist durch Sturmflut der Küstenschutz nicht gesichert. 





In Nieblum gibt es einen Stein, der zeigt wie hoch dort das Wasser 1962 bei der Sturmflut stand, es waren mindestens 50cm hoch in den Häusern direkt im Ort. Doch die Häuser stehen schon recht hoch, wie mag es da dichter an der Küste oder in niedrigen Lagen gewesen sein?!

Am Abend waren wir gerne in Wyk an der Promenade.  Dort gab es viel zu sehen..


Dies sind nun Bilder vom kleinen Park an der Mühle in Wyk.
Dort blühen gerade die Sumpfdotterblumen am Teich.  Das Storchenpaar brütet auf dem hohen Mast und sie  flogen zwischendurch einzeln davon. 






Täglich waren es lange schöne Touren, immer mal wieder eine Pause auf einer Bank am Meer mit schöner Aussicht.  


 Am Strand östlich von Goting.  



Am Strand von Utersum  mit Blick auf die Nordspitze Amrum und den Süden von Sylt. 


 Blick auf Hörnum Sylt 



Heute morgen waren wir  erst noch in Nieblum.  Mit dem Auto.  Dort gab es den Lottotladen für unsere Bingolose am Sonntag.  Der Kiosk in Wyk war geschlossen. 
Später ging es mit mit Rad  noch in den Ort Wyk zum Bummeln.  Ein Ziel war das schöne  Haushaltswarengeschäft in Wyk. Ich brauche eine stabile  Wasserflasche,  dazu nahm wieder schöne Eierlöffel mit.  
Anschließend fanden wir im Wollladen noch schöne  Merinowolle für einen Schal. Sie ist weich, in verschiedenen Farben und war dazu reduziert. 
Die zeige ich gerne,  wenn der Schal fertig ist. 
Noch stricke ich am Abend und in Pausen an Strümpfen für die Familie. 

Am ersten Mai kochten wir uns diese leckere Mahlzeit,  Spargel mit Buttersoße,  neue Kartoffeln und Katenschinken. 



Unterwegs verzehren wir gerne mal ein Eis,   ein Fischbrötchen oder etwas Kuchen.  Doch ich nehme auch gerne Gemüsesticks oder einfach Knäckebrot mit für unterwegs.  Mir sind die Portionen in den Lokalen einfach zu groß und auch recht hochpreisig . Ich habe aber auch Verständnis für die Betriebe,  denn Personal ist knapp, es muss gut bezahlt werden, dazu all die hohen  Betriebskosten auf der Insel. Die Saison ist kurz und es gibt durch die Lage auf der Insel zusätzliche Kosten.  So haben viele Betriebe und Läden geschlossen,  die Besitzer gewechselt ... Das ist schon auffällig.  Selbst mein schöner Wochenmarkt ist nur noch am Mittwoch in Wyk und dies erst ab Mitte Mai....

Heute brachte ich meine Freundin  am Nachmittag zur Fähre.   
Davon noch einige Photos. 


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Diese Adler Fähre, ein Schnellfähre,  fährt zwischen den Inseln und Halligen zuständig Ausflügen..




Und es kam noch ein Krabbenkutter mit Heimathafen Greetsiel eingelaufen.  


Nun werde ich noch ein wenig stricken. Das Wetter ändert sich. Der Himmel ist bewölkt.  Für morgen ist Regen angesagt.  Ich werde dann evt ins Heimatmuseum gehen.

Es geht mir nun nach einer Woche  gesundheitlich viel besser.  Bin sehr dankbar dafür. So schaffe ich viel längere Strecken zu Fuß und mit dem Rad.  Meine Ärzte haben mich auch sehr ermutigt.  Gerade Bewegung  und Aktivitäten wären für mich sehr  gut und fördern meine Gesundheit.  

Danke an alle , die meine kleinen Beiträge schätzen..
Liebe Grüße von Frauke